Anne B.

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Gérard Cartier, Café le Zimmer, Paris

Version originale (français) : page 1 / Deutsch: Seite 2

Photo: Alain Barbero 2019 (Le Zimmer / Paris)

Confus ce soir. étourdi par le long voyage. un simple d’esprit au pied d’une icône – Anne Brochet, front pur, passion dévorante : Jeanne au bûcher… s’efforcer d’être encore, les yeux perdus dans le reflet des vitres, où le monde se dévide par saccades. des filles chimériques. des envols d’oiseaux. d’étranges machines. un coin de bistrot vaut le Passage des Panoramas. agitant par instinct le stylo à poussoir. des gribouillis sur un quart de feuille, des mots indéchiffrables. bricoler des poèmes, quand tout court à sa fin ? on m’épie à genoux (o, si c’était Anne Brochet !) : un aveugle m’invente. me compose des hasards de l’instant. un guéridon, un portrait au noir luisant dans la pénombre, un verre de gewurztraminer. assis dans les ors et les pourpres. dévisageant le vide. comptant les déclics de l’appareil. combien, pour me rendre à la vie ? combien, pour Anne Brochet ? non pas naturelle, mais évidente. vérité sans intention : beauté libre – ce qu’à nos bégaiements est la grande forme lyrique. concurrence déloyale… nous qui peinons pour un mot, pour une image. la mémoire de l’appareil est pleine. le jour penche. un peu de nacre au fond du verre. à présent je peux vieillir.

Gérard Cartier (2019)

Bio et Interview de l’auteur Continue reading

Share Button
||||| Like It 1 I Like It! |||||

Cheveux d’or

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Maud Bayat, Brasserie Lola, Paris

Version originale (persan) : page 1 / français : page 2 / Deutsch: Seite 3 / English: page 4

Photo: Alain Barbero 2019 (Brasserie Lola)

Maud Bayat-Razagh (2019)

Share Button
||||| Like It 15 I Like It! |||||

Sans fard

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Eva Woska-Nimmervoll, Café Central in Baden, Kaffeehaus, Baden

Originalversion (Deutsch): Seite 1 / Français : page 2

Foto: Alain Barbero 2019 (Café Central in Baden / Baden)

Ich betrete das Café.
Gehe ich gerade? Ich stolpere so dahin. In großen Spiegeln beobachte ich mich und andere, die mich beobachten. Sehen und gesehen werden war immer schon wichtig. Man schaut automatisch, wenn sich irgendwo etwas bewegt; jetzt ich beim Mantel-Aufhängen. Meine Haare bilden keine Frisur. Ich sehe komisch aus. Musste der Lippenstift sein? Ich trage sonst nie Make-up, kenne keine Tricks, wie man sich volle Lippen schminkt. Ich bin ja auch keine Mode-Bloggerin. Ich schreibe literarische Texte, das geht ohne angemalte Lippen. Und mit Haaren unter den Achseln. So ungeschminkt und unrasiert kann ich – kann man? – mich eher ernstnehmen. Das ist authentisch. Die jungen Schriftstellerinnen rasieren gerade deshalb nicht. Unrasierte Achseln sagen I don’t give a damn, widersprechen sich selbst damit. Aber wie sie sich widersprechen ist cool. Früher war ich das auch, doch die letzten Jahre dann feig und rasiert.

Ich bestelle einen Kaffee.

Und jetzt wieder aufs Rasieren scheißen, nur weil die Jungen es tun? Könnte mir doch völlig egal sein, was andere denken. Ist es mir aber nicht. Andererseits: Man muss ja nicht aus allem ein Statement machen. Gerne heute so und morgen wieder anders. Also auch mal Lippenstift, wenn mir gerade danach ist. In jedem Fall nicht zu dick auftragen. Wofür brauche ich Applaus – bin ich eitel oder unsicher? Ich halte es wohl nicht aus, statt mit Bewunderung mit Abscheu oder gar Verachtung angestarrt zu werden. Die Zweifel schmecken bitter durch den Kaffee, durch das Wasser, durch jede Torte.

Später stolpere ich wieder durch den Raum mit dilettantisch angemalten Lippen und tu so, als wäre ich cool. Niemand starrt. Reine Selbstbeobachtung. Ich schwitze vor lauter Nachdenken. Cool ist nur, wer gar nicht darüber nachdenkt, ob er cool ist.

Also gehe ich nach Hause und schreibe.

Eva Woska-Nimmervoll (2019)

Bio und Kurzinterview mit der Autorin Eva Woska-Nimmervoll Continue reading

Share Button
||||| Like It 2 I Like It! |||||

“Kinder der Poesie”

Vom Kaffeehaus zur Kindheit!
Alle Infos zu unserem neuen Buch “Kinder der Poesie – Österreichische AutorInnen in Schwarzweiß”:
www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/kinder-der-poesie/
Après les cafés, l’enfance !
Plus d’infos sur le livre, sur cette présentation et les suivantes :
www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/kinder-der-poesie/
Kinder der Poesie, Alain Barbero, Barbara Rieger

Kinder der Poesie – Österreichische AutorInnen in Schwarzweiß. Hrsg. von Alain Barbero & Barbara Rieger. Kremayr & Scheriau 2019.
Mit Texten von Theodora Bauer · Dimitré Dinev · Milena Michiko Flašar · Barbara Frischmuth · Sabine Gruber · Norbert Gstrein · Josef Haslinger · Bodo Hell · Elias Hirschl · Alfred Komarek · Barbi Marković · Friederike Mayröcker · Robert Menasse · Petra Piuk · Kathrin Röggla · Julian Schutting · Anna Weidenholzer · Daniel Wisser

Share Button
||||| Like It 4 I Like It! |||||

Capricorne

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Peter Bosch, Café Steinbock, Kaffeehaus, Wien, Vienne

Originalversion (Deutsch): Seite 1 / Français : page 2 / English: page 3

Foto: Alain Barbero 2019 (Café Steinbock / Wien)

Der Mann im Spiegel
weiß noch nicht,
dass er das letzte Mal
hier steht
angelehnt
an die Zeit,
die schließt
abschließt
Neues bringt.
Doch wird es noch
die meine sein?

Peter Bosch (2019)

Bio und Kurzinterview mit dem Autor Peter Bosch  Continue reading

Share Button
||||| Like It 3 I Like It! |||||

Portrait photo en café

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Jean-Philippe Domecq, La Maison Blanche, Bistro, Paris

Version originale : page 1 / Deutsch: Seite 2 / English: page 3

Photo: Alain Barbero 2019 (La Maison Blanche)

« A la table du café notre héros se tenait assis, eh oui ! Très absorbé par le spectacle de ce qui l’entourait – il n’y avait pourtant pas matière à éblouissement, ce n’était là que les petits riens qui constituent l’ordinaire (…). Il n’était plus que murs, clients, verres de bière. Il en était à constater qu’il y avait un verre sous ses yeux, et sa main à côté pareillement posée sur la table. Dans la bière, des bulles. Il leva les yeux : que de gens ! que de présences ! Il eut un beau sourire : c’était le sourire ému du savant à l’aube de la découverte, c’était l’effet de la totale nouveauté. (…) Il considérait la distance séparant les buveurs solitaires – ils étaient rares. Certains étaient saturés d’intentions, d’autres emmurés. Il suffisait d’écouter par en-dessous. (…) les gens qui parlaient entre eux, la conversation sympathique, (…) tout ce cheminement de bouche à oreille avec allers-retours plus ou moins rapides, le cortège des mains autour des paroles, les bustes qui ployaient, et surtout le colportage des regards à travers la salle. Sans vraiment les entendre – et sans doute grâce à cette surdité momentanée -, il percevait les sous-entendus des conversations comme autant de post-scriptums.

Et puis, voilà que son regard balança au gré de l’ampoule électrique qui tremblait légèrement au-dessus du comptoir. Elle lui parut fort belle, cette ampoule ventrue au bout du fil électrique torsadé. Il la voyait pendre, comme jamais ampoule n’avait pendu. (…) Plus tard, bien plus tard, on le retrouva en train de constater que le ciel était sombre : il était sur un trottoir et marchait. »

(extrait d’Une Scrupuleuse aventure, éditions Papyrus, Paris, 1980)

Jean-Philippe Domecq

Bio et Interview de l’auteur Continue reading

Share Button
||||| Like It 6 I Like It! |||||

Mon café

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Harald Jöllinger, Café Votiv, Kaffeehaus, Vienne, Wien

Originalversion (Deutsch): Seite 1 / Français : page 2 / English: page 3

Foto: Alain Barbero 2019 (Café Votiv / Wien)

Kaffeehäuser, ich weiss nicht. Genau genommen mag ich keine Kaffeehäuser. Kaffee schon, den mag ich. Jeden Tag einen Kaffee in der Früh. Sonst komm ich gar nicht raus. Aber nur einen. Und nur in der Früh. Mehr nicht. Sonst kann ich nicht schlafen.
Gegen Häuser hab ich auch nichts. Wohn auch in einem Haus. Also nein, in einer Wohnung, aber die ist ja auch in einem Haus. Aber Kaffeehäuser …
In Kaffeehäuser geh ich nur … Also seit ich halt mit dem Schreiben begonnen hab. Weiss nicht warum. Ist ja eine fade Sache, die Schreiberei. Vielleicht liegt’s am Häferl von der Oma. Da ist drauf gestanden: „Jessas na, war des a G’frett, wenn man kan Kaffee net hätt.“ So hat das angefangen mit mir und dem Kaffee. Und so hat das auch angefangen mit mir und dem Dichten. Das wollt ich auch können und so hab ich eben auch was geschrieben. Kann auch sein, dass ich erst später mit der Schreiberei begonnen hab. Wie mir mein Onkel gesagt hat: „ In deinem Kopf da scheppert es, du bist ein Kind ein deppertes.“ Ist jetzt auch schon tot, der Onkel. Aber da hab ich begonnen Gedichte zu schreiben. Mit Reim und so. Dann Limericks. Und kleine Geschichten.
Und was machen die depperten Literaturzeitschriften, denen ich das Zeug geschickt hab? Anstatt dass die sagen: „Das ist ein Schas, das veröffentlichen wir nicht.“, drucken die das ab. Das ist kein Spass. Weil seither bin ich Autor. Und jeder Autor hat ein Kaffeehaus, in dem er schreibt. Keiner schreibt daheim am Schreibtisch. Nein, im Kaffeehaus. Das ist so. Das ist zwar ein Klischee und ich mag keine Klischees. Aber man muss sich ja trotzdem daran halten.
Jetzt sitz ich halt immer wieder sinnlos im Kaffeehaus und schreib was. Aber Feude hab ich keine damit. Mit dem Schreiben nicht, und mit Kaffeehäusern schon gar nicht.

Harald Jöllinger (2019)

Bio und Kurzinterview mit dem Autor Harald Jöllinger Continue reading

Share Button
||||| Like It 4 I Like It! |||||

Lili et Riton

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Sorour Kasmaï, Lili et Riton, Café, Paris

Version originale : page 1 / Deutsch: Seite 2 / English: page 3

Photo: Alain Barbero 2019 (Lili et Riton)

J’aime la ville comme d’autres aimeraient la campagne. « Cet océan de pierres est tout autant Nature que la nature, la montagne ou la mer, et l’homme qui y naît est en quelque sorte imaginé par elle »*. J’aime la ville, son imaginaire, ses histoires, sa poétique. L’histoire de ceux qui l’ont habitée, l’ont façonnée, l’ont rêvée.

Pour traquer l’imaginaire qui se cache derrière ses pierres, je déambule dans ses rues. La ville se compose de lieux et d’objets qui ont accumulé tant de présences, tant de dedans ou dehors collectifs. Lors de mes déambulations, la ville et ses habitants me dévoilent peu à peu leurs rêveries.

Il existe des oasis dans la ville où le temps est suspendu. Des lieux ambigus, mi ville mi village, situés à la limite d’aujourd’hui et d’hier, de la littérature et de l’actualité… De cette ambiguïté naît la poésie, surgit le rêve.

Un de ces lieux d’ambiguïté est une petite place ombragée au croisement de plusieurs époques, où le temps présent se mêle au passé parfois lointain. À deux pas de la frénésie de la gare, un petit village au pied d’une tour moderne. Avec d’un côté vue sur la rue de la Gaîté et ses guinguettes du XIXème s., devenues théâtres au XXème, et de l’autre, la Rue d’Odessa et ses crêperies bretonnes. Autrefois malfamé, haut lieu de la prostitution et du crime, le boulevard Edgar Quinet longe toujours le mur du vieux cimetière où Baudelaire est inhumé, à deux pas du Montparnasse des années 20 et de ses artistes peintres. Rue Delambre, Gauguin et Breton étaient logés à la même enseigne, mais à des époques différentes. Hemingway et sa Lost Génération se retrouvaient juste en face, au Dingo Bar, aujourd’hui disparu. Sartre et Malraux hantent toujours les parages.

Sur cette place, le rythme effréné de la grande métropole se ralentit, vous donnant envie de vous arrêter un instant, de vous poser à la table d’une terrasse, ou bien par mauvais temps, vous réfugier au fond de la salle d’un de ses innombrables bistrots. Lili et Riton en est le plus petit de tous.

Un lieu lui aussi ambigu, mi bistrot mi café. Bistrot car on vous y accueille en habituée du lieu, vous serrant chaleureusement la main et demandant de vos nouvelles. Café car aussitôt après les salamalecs, on vous rend votre liberté de rêver en solitaire. Vous choisissez alors votre table. Certaines en sont ornées de plaques métalliques, avec un nom quelconque gravé dessus. Probablement celui d’un autre habitué, fidèle comme vous et qui ne s’y rend plus, ayant pris désormais ses quartiers au cimetière, de l’autre côté du boulevard. Mais les tables et les chaises, témoins muets d’autres vies et d’autres destins, sont toujours là, elles. Mais quels destins ? Quelles sont les histoires, les paroles intimes qui y ont été dites ou racontées ? Qui sont les Lili et les Riton qui s’y sont rencontrés ou quittés ?

Je note sur mon petit carnet des bribes de conversation que je crois y entendre. Je regarde les gens passer d’un pas hésitant, dehors, perdus dans leurs pensées. Où vont-ils ? D’où ils viennent ? J’entends un rire de femme éclater dans mon dos. Je ne me retourne pas, libre d’imaginer le visage que je souhaite. De quoi rit-elle si amèrement ? Quel âge a-t-elle ? Quelle illusion vient-elle de perdre à jamais? J’écoute quelques secondes, mais je ne discerne plus rien. Je me retourne. Il n’y a personne. Alors, je l’invite à exister. J’écris un mot, une phrase… J’écris la femme qui un jour était assise à la table du fond…

*Pierre Sansot dans la Poétique de la Ville

Sorour Kasmaï (2019)

Bio Continue reading

Share Button
||||| Like It 3 I Like It! |||||

Je te laisserai les mots…

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Marco Amoroso, Lettere Caffè, Café, Roma

Foto: Alain Barbero 2018 (Lettere Caffè / Roma)

Ti lascerò le parole

La prima volta che ti ho vista ho pensato che avrei dovuto incontrarti prima.
O forse mai.
Abbiamo dormito insieme e faceva freddo, e la tua stanza era piena di piante.
Un profumo di menta. Gainsbourg.
Un ricordo di quando eri piccola.
Io te e la città  che dorme. 
L’oceano non troppo lontano.
Il sole e il caffè che ci regalano il giorno.
Le parole, che spesso hanno un destino migliore di chi le scrive.

Marco Amoroso (2019)


Je te laisserai les mots

La première fois que je t’ai vu, j’ai pensé que j’aurai du te rencontrer bien avant. 
Ou peut-être jamais.
Nous avons dormi ensemble, il faisait froid. Ta chambre était remplie de plantes.
Un parfum de menthe. Gainsbourg. 
Un souvenir de toi quand tu étais enfant. 
Moi, toi et la ville endormie. 
L’océan pas très loin. 
Le soleil et le café que nous offre le jour.

Les mots qui, souvent, ont un destin meilleur que celui de leurs auteurs.

Version française : Marco Amoroso & Arnaud Wadoux (2019)


Ich lasse dir die Worte.

Als ich dich zum ersten Mal sah, dachte ich, dass ich dich früher hätte treffen sollen.
Oder vielleicht nie.
Wir schliefen zusammen, es war kalt. Dein Zimmer war voller Pflanzen.
Ein Duft von Minze. Gainsbourg.
Eine Erinnerung an damals, als du klein warst.
Ich, du und die schlafende Stadt.
Das Meer nicht sehr weit.
Die Sonne und der Kaffee, die uns der Tag anbietet.
Worte, die oft ein besseres Schicksal haben als jene, die sie sagen.

Übersetzung ins Deutsche von Anna Robinigg 2019


I will leave you the words

The first time I saw you I thought I should have met you before.
Or maybe never.
We slept together, it was cold. Your room was filled with plants.
A scent of mint. Gainsbourg.
A memory of when you were little.
Me, you and the sleeping city.
The ocean not very far.
The sun and the coffee that the day offers.
The words that often have a better destiny than those who say them.

English version: Anna Robinigg 2019

Bio und Kurzinterview mit dem Autor Marco Amoroso

Continue reading

Share Button
||||| Like It 1 I Like It! |||||

Carmela

Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Giovanni del Franco, Le Bouquet de Grenelle, Bistrot, Paris

Foto: Alain Barbero 2019 (Le Bouquet de Grenelle / Paris)

Séance photo pour Alain. J’ai peur qu’il ne soit pas satisfait. Je cherche à échapper au regard noir de l’objectif. Je laisse aller mes pensées. Elles sont captées par l’esprit d’une femme. Disparue il y a quarante-deux ans, en Italie, dans le pays de mon père. Une femme dont le destin me fascine. Sur laquelle je tente d’écrire. Elle me mène des hauteurs fantasmées de la Sierra Madre mexicaine aux paysages familiers de l’Ombrie. J’aurais pu la connaître : entendre sa voix, regarder ses gestes, respirer ses silences. Elle est partie trop tôt. Aussi, est-ce par de rares clichés que je tente de la rejoindre : des photos d’elles, dont une à vingt ans. Sa beauté grave y est empreinte de mélancolie. Je cherche sur ses traits les fils de son histoire. Mais Alain attend. Il faut que je revienne.

Giovanni Del Franco (2019)


Fotositzung für Alain. Ich bin besorgt, dass er nicht zufrieden sein könnte. Ich versuche, dem schwarzen Blick des Objektivs zu entkommen. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf. Sie werden eingefangen vom Geist einer Frau. Verschwunden vor zweiundvierzig Jahren, in Italien, dem Land meines Vaters. Eine Frau, deren Schicksal mich fasziniert. Über die ich zu schreiben versuche. Sie führt mich von den erträumten Höhen der mexikanische Sierra Madre zu den bekannten Landschaften Umbriens. Ich hätte sie kennen können, hätte ihre Stimme hören, ihren Blick schauen, ihr Schweigen atmen können. Sie ist zu früh gegangen. So also sind es wenige Bilder, mit deren Hilfe ich sie zu erreichen versuche: Fotos von ihr, davon eines mit zwanzig Jahren. Ihre würdevolle Schönheit ist geprägt von Melancholie. In ihren Zügen suche ich nach den Fäden ihrer Geschichte. Aber Alain wartet. Ich werde später zurückkehren.

Übersetzung ins Deutsche von Anna Robinigg 2019


Photo session for Alain. I am worried that he might not be satisfied. I try to escape the black look of the lens. I let my thoughts wander. They are captured by the spirit of a woman. Disappeared forty-two years ago, in Italy, my father’s country. A woman whose destiny fascinates me. About whom I am attempting to write. She takes me from the fantastic heights of the Mexican Sierra Madre to the familiar landscapes of Umbria. I might have known her: might have heard her voice, seen her gestures, breathed her silences. She left too soon. Thus, it is through rare likenesses that I try to meet her: photographs of her, one among these of her at twenty years old. Her solemn beauty is full of melancholy. In her features, I try to read the lines of her story. But Alain is waiting. I will have to come back.

English version: Anna Robinigg 2019

Kurzinterview mit dem Autor Giovanni Del Franco 

Continue reading

Share Button
||||| Like It 1 I Like It! |||||